In diesem Artikel untersuchen wir, wie sich ein Börsengang von einem ICO unterscheidet, wie beide Prozesse funktionieren, welche Vermögenswerte Anleger erhalten und warum diese Unterschiede für die Bewertung von Risiken und Renditen entscheidend sind. Wir erläutern, wie ein klassischer Börsengang unter Beteiligung von Banken, Aufsichtsbehörden und Börsen funktioniert und wie ein ICO mit einem Whitepaper, einem Smart Contract und sofortiger Liquidität funktioniert. Sie erfahren, warum im Jahr 2026 die Grenzen zwischen diesen Formaten verschwimmen werden, die Risiken jedoch unterschiedlich bleiben. Am Ende des Artikels finden Sie praktische Ratschläge: Wer eignet sich für einen Börsengang, wer für einen ICO und worauf sollten Sie bei den neuen hybriden Formaten achten?
Was sind Börsengänge und ICOs?
Ein Börsengang (Initial Public Offering) ist die erstmalige Platzierung von Aktien an einer Börse. Das Unternehmen geht an die Börse, verkauft Anteile an sich selbst an Investoren und beschafft sich Kapital. Beispiele: Google, Amazon, Coinbase.
Ein ICO (Initial Coin Offering) ist die erstmalige Platzierung von Token auf einer Blockchain. Ein Start-up gibt Token aus, die in seinem Ökosystem verwendet werden können, und erhält dafür Kryptowährung. Beispiele: Ethereum (2015), Filecoin, Solana.
Vertiefung: Wie ein Börsengang funktioniert (der „Anzug-und-Krawatte“-Weg)
Ein Börsengang (Initial Public Offering, IPO) ist der Prozess, bei dem ein privates Unternehmen seine Aktien erstmals an einer Börse notiert und an die Öffentlichkeit geht. Es handelt sich nicht nur um ein öffentliches Debüt, sondern um ein komplexes, streng reguliertes Verfahren, das zwischen sechs Monaten und einem Jahr dauern kann. Nachfolgend finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Übersicht.
Ein Börsengang beginnt mit der Einreichung des Formulars S-1 bei der SEC. Dabei handelt es sich um ein rechtliches Dokument, das die Finanzen, Risiken, Struktur und Prüfung des Unternehmens offenlegt. Ohne dieses Dokument ist ein Börsengang nicht möglich.
Als Nächstes beauftragt das Unternehmen Emissionsbanken, d. h. Investmentbanken (Goldman Sachs, Morgan Stanley usw.), die das Unternehmen bewerten, einen Teil der Aktien kaufen und bei der Platzierung helfen.
Danach beginnt die Roadshow: eine Reihe von Treffen mit institutionellen Anlegern, bei denen die Unternehmensleitung das Geschäft vorstellt und vorläufige Anträge sammelt.
Am Tag der Börsennotierung werden die Aktien an der Börse (NYSE, Nasdaq) zum Handel zugelassen. Dies wird von einem symbolischen „Glockenschlag“ begleitet, dem Moment, in dem das Unternehmen an die Börse geht.

Quelle: foundersguide.com
Was erhält der Investor?
- Aktien: eine gesetzlich registrierte Beteiligung an dem Unternehmen.
- Rechte: Stimmrecht bei Hauptversammlungen, Anspruch auf Dividenden, Zugang zu Jahresabschlüssen.
- Liquidität: die Möglichkeit, Aktien jederzeit an der Börse zu verkaufen (nach Ablauf der Sperrfrist).

Quelle: solulab.com
Börsengänge und Kryptowährungsunternehmen
In den letzten Jahren entscheiden sich immer mehr Krypto-Akteure für einen Börsengang, um ihr Geschäft zu legitimieren und zu skalieren. Beispiele:
- Coinbase ist die erste große Krypto-Börse, die 2021 an der Nasdaq an die Börse geht.
- Circle ist der Emittent von USDC und bereitet sich auf einen Börsengang im Jahr 2024 vor.
- Bitdeer und Core Scientific sind Mining-Unternehmen, die bereits an der Börse gehandelt werden.
Diese Fälle zeigen, dass die Grenze zwischen traditionellen Börsengängen und der Kryptowelt allmählich verschwimmt. Aber das Wesentliche bleibt gleich: Ein Börsengang ist ein Weg für reife Unternehmen, die bereit sind für vollständige Transparenz und rechtliche Verantwortung.
Deep Dive: Wie ein ICO funktioniert (der „Wilde-Westen“-Weg)
Ein ICO (Initial Coin Offering) ist eine Möglichkeit, Kapital durch die Ausgabe von Token auf der Blockchain zu beschaffen. Im Gegensatz zu einem Börsengang sind keine Aktien, Aufsichtsbehörden oder Banken beteiligt. Alles basiert auf einem Smart Contract, einem Whitepaper und Marketing in der Krypto-Community.

Quelle: blockchainsimplified.com
„ICO gab uns die Freiheit, Projekte ohne Banken und Fonds zu starten, aber damit waren auch Risiken verbunden”, Vitalik Buterin
Der Prozess beginnt mit der Veröffentlichung eines Whitepapers, eines Dokuments, das die Ziele des Projekts, die Tokenomics, die technische Architektur und den Entwicklungsplan beschreibt. Anschließend wird ein Smart Contract erstellt, das Kryptowährungen (in der Regel ETH oder SOL) akzeptiert und im Gegenzug automatisch Token ausgibt.
Als Nächstes beginnt das Marketing: Twitter, Discord, Telegram, Influencer, Memes und manchmal aggressive „Airdrop-Kampagnen“. Am Tag des TGE (Token Generation Event) senden Investoren Kryptowährung und erhalten sofort Token.

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Wichtig: In den meisten Fällen erhalten Sie keinen Anteil an dem Unternehmen. Sie erhalten einen Utility-Token, d. h. einen digitalen Vermögenswert, der Ihnen Zugang zu einem Produkt, das Recht auf Abstimmung oder Teilnahme am Ökosystem gewährt, Ihnen jedoch keine gesetzlichen Rechte an dem Unternehmen einräumt.

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Im Jahr 2026 sind klassische ICOs fast vollständig verschwunden. Sie wurden ersetzt durch:
- IDOs – Platzierungen an dezentralen Börsen (DEX).
- IEO – über zentralisierte Börsen (Binance, OKX usw.).
- Launchpad-Formate mit Vesting, KYC und Code-Auditing.
Vergleich: IPO vs. ICO


Quelle: solulab.com
Warum der Unterschied für Ihr Wallet von Bedeutung ist
Der Unterschied zwischen einem IPO und einem ICO ist nicht nur eine Frage der Form. Es handelt sich um grundlegend unterschiedliche Ansätze in Bezug auf Rechte, Risiken und Renditen.
Bei einem Börsengang erwerben Sie eine Beteiligung am Unternehmen, erhalten rechtlichen Schutz, Zugang zu Finanzberichten und potenzielle Dividenden. Der Zugang ist jedoch begrenzt: Meistens nehmen nur Fonds und akkreditierte Investoren teil, und der Prozess selbst dauert Monate.
Bei einem ICO erwerben Sie einen Token, der Ihnen möglicherweise Zugang zu einem Produkt oder Stimmrechte verschafft, Ihnen jedoch keine Rechte am Unternehmen einräumt. Andererseits kann jeder mit einer Krypto-Wallet teilnehmen, und die Token werden sofort geliefert.
Dies macht ICOs für diejenigen attraktiv, die hohe Renditen anstreben, aber die Risiken sind auch viel höher.
Ein Börsengang ist schwer zu fälschen: Er erfordert Wirtschaftsprüfung, Registrierung, Banken und eine Börse. Ein gefälschter ICO hingegen kann in 10 Minuten gestartet werden. Daher ist es wichtig zu verstehen, was Sie kaufen: eine Beteiligung an einem Unternehmen oder einen digitalen Vermögenswert mit eingeschränkter Funktionalität.
Wie sieht die Zukunft für IPOs und ICOs aus?
In den nächsten zwei Jahren werden die Grenzen zwischen IPOs und ICOs verschwimmen. Es entstehen hybride Formate:
- Security Token Offerings (STO) sind Token, die rechtlich als Wertpapiere registriert sind.
- RWA (Real World Assets) ist die Tokenisierung von realen Vermögenswerten (Anleihen, Immobilien, Fonds).
- Blockchain-IPOs, bei denen Unternehmen ihre Aktien notieren, aber auch Token ausgeben (Beispiele: Circle, Kraken).
Auch der regulatorische Druck nimmt zu: Selbst IDO-Projekte werden zunehmend geprüft, implementieren KYC und nutzen Vesting-Mechanismen, um Investoren zu schützen.
„Im Jahr 2026 wird die Grenze zwischen Token und Wertpapieren nicht mehr durch Technologie, sondern durch Regulierungsbehörden definiert werden“ – The Block
Auch die Infrastruktur verändert sich: DeFi, DePIN, ETFs, PoS-Netzwerke und BTC-Halving schaffen neue Szenarien für die Kapitalbeschaffung. Im Jahr 2026 müssen Investoren nicht nur SEC-Berichte, sondern auch Smart Contracts lesen können.
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FAQ
- Ist ICO illegal? Nein, aber es hängt vom Land ab. In den USA wird Investoren oft der Zugang dazu verwehrt.
- Kann man mit einem IPO reich werden? Ja, aber in der Regel nur langsam; es handelt sich um eine Investition, nicht um eine Lotterie.
- Was haben ICOs ersetzt? IDOs, IEOs und Fair-Launch-Formate mit transparenteren Regeln.
- Werde ich Miteigentümer des Unternehmens, wenn ich einen Token bei einem ICO kaufe? Nein, dies ist ein weit verbreiteter Irrtum.
- Warum können ICOs 100-fache Renditen erzielen, IPOs jedoch nicht? Weil ICOs mit einer Mikrokapitalisierung beginnen, während IPOs bereits vom Markt bewertet werden.
- Was ist sicherer: die Teilnahme an einem IPO oder einem ICO? IPOs sind reguliert und erfordern eine Prüfung, während jeder ein ICO starten kann, sodass die Risiken nicht vergleichbar sind.
- Kann man mit einer Krypto-Wallet an einem IPO teilnehmen? Nein, für eine IPO benötigen Sie einen Broker, ein Bankkonto und oft den Status eines akkreditierten Investors.
- Warum führen Projekte trotz der Risiken immer noch ICOs durch? Es ist eine schnelle Möglichkeit, Kapital ohne regulatorische Hindernisse zu beschaffen.
- Was ist ein IDO und wie unterscheidet es sich von einem ICO? Ein IDO ist die Platzierung von Token über eine dezentrale Börse mit größerer Transparenz und Liquidität.
NFA, DYOR.
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Was sind IPOs und ICOs, wie funktionieren sie, wie unterscheiden sie sich und welches Format ist für Sie im Jahr 2026 das richtige? Eine einfache Erklärung, ein Vergleich der Risiken, Anlegerrechte, Renditen und Trends: von klassischen Platzierungen bis hin zu Tokens und RWAs.
January 25, 2026










